Nach dem Auswärtssieg in der ersten Runde gegen die Dritte in Heiden, stand nun das echte erste Heimspiel auf dem Programm und Rochade Emsdetten III reiste an.
Auch diesmal war es Norbert, der als erstes punktete, doch diesmal erspielte er sich den Sieg. Er ließ seine Springer so lange hüpfen, bis der erste plötzlich auf f7 einschlug. Dies bedeutete nicht nur ein Bauerngewinn, sondern der Schutz des gegnerischen Königs war dahin. Norbert „legte sich seinen Gegner nun zu Recht“ und gewann so souverän seine Partie.
„Er hat mich einfach überspielt“, so lautete das etwas frustrierte Fazit von Thomas am Ende seiner Partie. Thomas hatte zwar mit seinem Turm die a-Linie unter Kontrolle, wurde dann aber ausgekontert. Er verlor seinerseits den c-Bauern. Anschließend zeigte sein Gegner, wie man Endspiele souverän gewinnt.
An den anderen Brettern war das gewohnt erfreuliche kämpferische Treiben zu beobachten. Dennoch einigte sich nach leichten positionellen Vorteilen Sebastian mit seinem Gegner auf Remis.
Ebenfalls Remis endete die Partie seines Bruders Alexander. Diese Partie fand dann vor allem im Nachgang die meiste Beachtung und wurde intensive analysiert, zunächst interessanter Weise an zwei Brettern, an dem einen Brett die Heidener Fraktion und an dem andern Brett die Emsdettener Fraktion. Erst viel später analysierten dann Alexander und seine Gegnerin gemeinsam. Und vor lauter Analyse hätte seine Gegnern beinahe ihre Mitfahrgelegenheit nach Hause verpasst. All das zeigt wohl, wie vielschichtig die Partie war. Und so folgt bestimmt für beide die nächste Analyse mit der Engine.
Dirk war es dann, der Heiden in Führung brachte. Sein Gegner hatte im Übergang von der Eröffnung zum Mittelspiel seine Bauernstruktur etwas vernachlässigt. Dies nutzte Dirk zum Angriff auf die schwachen Bauern aus. Der Gegner versuchte alles, sie zu retten, doch plötzlich stieg Dirk mit seinem Läufer auf e2 ein und der Turm auf f1 war gefangen. Diesen Vorteil ließ sich Dirk nicht mehr nehmen, auch weil Dirk die taktischen Manöver seines Gegners gekonnt erwiderte und so immer mehr Material gewann.
Danach folgte die Szene des Tages. Markus hatte Bereitschaft und musste während der Partie erreichbar sein, was auch mit Emsdetten und seinem Gegner abgesprochen war. Und so passierte es, dass er plötzlich weg musste. Markus bot seinem Gegner daraufhin Remis. Zu diesem Zeitpunkt stand Markus zwar besser, aber in Anbetracht dessen, dass Emsdetten zurücklag, hätte es niemand dem Gegner übel nehmen können und dürfen, wenn dieser das Remis Gebot abgelehnt hätte und so gewonnen hätte. Aber er nahm das Remis Gebot ein, absolut nicht selbstverständlich und absolut erwähenswert.
Somit stand es nun 3,5 zu 2,5 für Heiden. „Die Zeit wird echt zum Problem“, so wurde über Franks Partie gesprochen. „Das ist doch normal“, witzelte Dirk. Doch nicht Frank hatte die Zeitprobleme sondern sein Gegner. Das Mittelspiel war sehr verwickelt, weil fasst bei jedem Zug berechnet werden musste, ob ein Bauer geschlagen, nach vorn gezogen oder stehen bleiben sollte. Frank hatte da scheinbar den richtigen Plan und so gewann er nicht nur die Oberhand im Zentrum, sondern eroberte auch eine Figur, was dann zum Partiegewinn führte.
Als letztes spielte Jonas am Spitzenbrett. Er hatte eine wunderschöne Angriffspartie aufs Brett gezaubert mit Königsangriff und Figurenopfer. Das Ende war dann ein „unspektakuläres Bauernendspiel“ mit zwei Mehrbauern, was Jonas äußerst sicher und souverän gewann.
Somit stand der 5,5 zu 2,5 Heimsieg fest.

