• 13. August 2026

Kagoshima und ein unerwarteter Abschied

Nach unserer Ankunft in Kagoshima fuhren wir gemeinsam nach Hioki, wo wir zunächst vom Bürgermeister empfangen wurden. Anschließend nahmen wir gemeinsam mit unseren Gastfamilien an einer feierlichen Empfangsveranstaltung teil. Bei einem gemeinsamen Abendessen, mehreren Reden sowie dem Austausch von Wimpeln und Gastgeschenken lernten wir unsere Gastgeber bereits besser kennen. Nach dem offiziellen Teil ging es schließlich gemeinsam mit den Gastfamilien nach Hause, wo wir den restlichen Abend verbrachten.

Der darauffolgende Tag stand ganz im Zeichen unserer Gastfamilien. Jede Familie gestaltete ihr eigenes Programm, wodurch wir den japanischen Alltag auf ganz unterschiedliche Weise erleben konnten. Viele besuchten gemeinsam ein Onsen, wobei einige sogar die Gelegenheit hatten, sich in warmen Vulkansteinen eingraben zu lassen – eine besondere Form der Entspannung. Andere verbrachten den Tag an einem Natursee, besuchten den südlichsten Bahnhof Japans oder probierten Nagashi Sōmen, bei dem die Nudeln durch eine Bambusrinne mit fließendem Wasser rutschen und mit Stäbchen aufgefangen werden müssen. Am Abend kamen viele Gastfamilien noch einmal zu einem gemeinsamen Grillen zusammen. Dabei konnten wir zahlreiche für uns ungewohnte Spezialitäten wie Schnecken, Muscheln, Fischkuchen sowie verschiedene heimische Früchte probieren. Außerdem lernten wir mit dem traditionellen Wassermelonen-Zerschlagen eine weitere japanische Sommertradition kennen.

Am nächsten Tag besuchten wir die Ijuin-Oberschule. Im Rahmen einer Diskussion tauschten wir uns erneut mit japanischen Schülerinnen und Schülern aus und konnten dabei viele interessante Einblicke in das japanische Schul- und Sportsystem gewinnen. Nach dem Mittagessen stand ein weiterer sportlicher Höhepunkt auf dem Programm: Gemeinsam mit einem örtlichen Kendoverein durften wir die traditionelle Kampfsportart Kendo kennenlernen und selbst ausprobieren. Trotz der sommerlichen Hitze und der schweren Schutzausrüstung machte das Training allen großen Spaß und vermittelte uns gleichzeitig viel über die Werte und Traditionen dieser Sportart.

Für den folgenden Tag war ursprünglich ein gemeinsamer Nachmittag am Meer geplant. Aufgrund des herannahenden Taifuns musste das Programm jedoch kurzfristig geändert werden. Zunächst besuchten wir einen historischen Park, in dem wir viel über die Industrialisierung und Modernisierung Japans sowie über die Geschichte der Samurai erfuhren. Außerdem konnten wir eine traditionelle Samurai-Villa besichtigen. Anschließend kauften wir gemeinsam in einem Supermarkt unser Mittagessen ein und aßen dieses im Hotel. Dort blieb uns anschließend etwa eine Stunde Zeit, um unsere Koffer zu packen. Bevor wir das Hotel verließen, kamen einige unserer Gastfamilien noch einmal vorbei, um sich persönlich von uns zu verabschieden. Gegen 16 Uhr erreichten wir den Flughafen. Da bis zuletzt unklar war, ob unser Flug aufgrund des Taifuns überhaupt stattfinden würde, hieß es zunächst abwarten. Erst gegen 18 Uhr konnten wir schließlich einchecken und waren erleichtert, dass unser für 19 Uhr geplanter Flug wie vorgesehen starten konnte. Am Abend landeten wir schließlich sicher in Tokio.

Wir freuen uns, euch bald ein letztes Mal aus Japan berichten zu können!

  • 06. August 2026

Von Miyazaki zu den Gastfamilien – ein unvergesslicher Teil unseres Austauschs

Nach unserem Inlandsflug nach Miyazaki wurden wir herzlich empfangen und konnten bei einem gemeinsamen Spaziergang über eine Hängebrücke die beeindruckende Natur der Region kennenlernen. Anschließend bezogen wir unsere Unterkunft, wo wir die Gelegenheit hatten, einen Yukata, einen traditionellen japanischen Sommerkimono, anzuprobieren. Für viele war dies eine ganz neue Erfahrung und ein gelungener erster Einblick in die japanische Kultur. Den Abend ließen wir anschließend gemeinsam ausklingen und freuten uns auf die kommenden Tage.

Am nächsten Morgen nahmen wir zunächst an einem Kreativ-Workshop teil, bei dem wir Leinentücher mit Blättern färbten. Durch das Hämmern der Blätter auf den Stoff entstanden individuelle Muster, sodass jeder ein persönliches Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen konnte. Anschließend besuchten wir eine japanische Burg, in der eine Ausstellung spannende Einblicke in die Geschichte der Samurai bot. Danach lernten wir gemeinsam mit Grund- und Mittelschülern das finnische Wurfspiel Mölkky kennen und hatten viel Spaß dabei, es gemeinsam auszuprobieren. Beim anschließenden offiziellen Empfang wurden wir vom Bürgermeister sowie weiteren Verantwortlichen herzlich begrüßt. Gemeinsam aßen wir zu Abend und hörten mehrere Reden, die die Bedeutung des deutsch-japanischen Austauschs hervorhoben.

Video erstellt von Ayamachi

Wimpelübergabe mit dem Bürgermeister von Aya

Der darauffolgende Tag führte uns an eine japanische Oberschule. Dort bereiteten wir zunächst in einem Kochkurs gemeinsam typisch japanische Gerichte wie Gyoza und Sushi zu und konnten diese anschließend probieren. Danach wechselten wir in die Sporthalle und nahmen an einem Karate-Training teil. Das Training war zwar anstrengend, machte aber allen großen Spaß und vermittelte uns gleichzeitig viel über die Traditionen und Werte dieser Sportart. Am Nachmittag wurden wir schließlich von unseren Gastfamilien abgeholt. Obwohl uns zunächst nur wenig gemeinsame Zeit blieb, wurden wir überall herzlich aufgenommen. Viele gingen gemeinsam essen oder shoppen, während einige außerdem das große Feuerwerk mit der beeindruckenden Drohnenshow in Miyazaki erleben konnten.

An unserem letzten Tag in Miyazaki besuchten wir zunächst die Honjo-Oberschule, wo wir uns im Rahmen einer Diskussion mit japanischen Schülerinnen und Schülern austauschten. Anschließend konnten wir beim Sportaustausch das traditionelle Blasrohrschießen ausprobieren. Danach besuchten wir das Mukaimachi Ennichi ein traditionelles japanisches Sommerfest mit zahlreichen Verkaufsständen, an denen es typische Speisen, Getränke und kleine Spiele gab. Ein besonderes Highlight war der farbenfrohe Festumzug, bei dem viele Menschen in traditionellen japanischen Gewändern durch die Straßen zogen. Besonders beeindruckend war außerdem eine kunstvoll gestaltete Löwen- bzw. Drachenfigur, die Teil des Umzugs war und eine lange Tradition in Japan hat. Ebenso konnten wir beobachten, wie mehrere Kinder auf einem festlich geschmückten Wagen an einer traditionellen Zeremonie teilnahmen, während dieser von den Erwachsenen bewegt wurde. Dadurch erhielten wir einen authentischen Einblick in die japanische Festkultur und konnten die gelebten Traditionen hautnah miterleben. Am Abend wurden wir schließlich von unseren zweiten Gastfamilien abgeholt. Jede Familie gestaltete den Abend anders, sodass wir noch einmal den japanischen Alltag erleben, viele neue Gerichte probieren und weitere Einblicke in die Kultur gewinnen konnten.

Am nächsten Morgen hieß es schließlich Abschied nehmen. Bevor wir Miyazaki verließen, bemalten wir gemeinsam traditionelle japanische Spielzeuge und konnten so noch ein letztes Mal selbst ein Stück japanischer Kultur kreativ erleben. Anschließend verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern und machten uns mit vielen neuen Freundschaften, unvergesslichen Erinnerungen und zahlreichen neuen Erfahrungen im Gepäck auf den Weg zu unserer nächsten Station: Kagoshima.

Wir freuen uns, euch bald mehr aus Japan berichten zu können!

  • 31. Juli 2026

Erste Tage in Japan – unser Austausch geht weiter

Nach der langen Anreise und den ersten Eindrücken in Tokio stand nun der offizielle Teil unseres Austauschs an: der Empfang durch unsere japanischen Gastgeber. Geprägt von der langen Reise und wenig Schlaf waren wir an diesem Morgen zwar ziemlich müde, doch die außerordentliche Gastfreundschaft der japanischen Delegation ließ uns das schnell vergessen. Nach der Empfangszeremonie und einem Vortrag folgte am Nachmittag eine Diskussion zum Jahresthema, bei der es um die Zukunft des Sports ging. Im Austausch mit der japanischen Delegation konnten wir dabei viele Gemeinsamkeiten, aber auch spannende Unterschiede zwischen dem deutschen und dem japanischen Sportsystem kennenlernen. Im Anschluss ging es gemeinsam mit den Japanern noch zum Shibuya Crossing, wo wir uns von ihnen verabschiedeten und gemeinsam zu Abend aßen.

Der darauffolgende Tag war für uns als Schachjugend dann ein echtes Highlight, denn er stand ganz im Zeichen der freien Erkundung Tokios. Nach dem Frühstück um 8 Uhr hatten wir gemeinsam mit unserer Dolmetscherin viel Zeit zur freien Verfügung und konnten den Tag selbst gestalten. Wir besuchten den Meiji-Schrein, wo wir einiges über japanische Traditionen lernten, besichtigten anschließend eine Sumo-Arena und stärkten uns dort mit köstlichem Ramen. Danach ging es weiter ins Edo-Tokyo-Museum, das uns spannende Einblicke in die japanische Geschichte gab, sowie zu einem buddhistischen Tempel. Zurück im Hotel besprachen wir noch das weitere Programm, bevor wir den Abend gemeinsam bei einem Essen in Tokio ausklingen ließen. Dieser selbst gestaltete Tag war für uns mit Abstand einer der schönsten des bisherigen Austauschs.

Am Morgen des 30. Juli hieß es dann Abschied nehmen: Nach dem Frühstück und dem Check-out ging es gruppenweise vom bisherigen Unterkunft weiter zum Flughafen, von wo aus wir gemeinsam als Gruppe nach Miyazaki flogen.

Wir freuen uns, euch bald mehr aus Japan berichten zu können!

  • 28. Juli 2026

Auf dem Weg nach Japan – die ersten Tage unseres Austauschs

Nach langer Vorfreude war es endlich so weit: Unsere Schachjugend machte sich auf den Weg nach Frankfurt, um von dort gemeinsam mit der gesamten deutschen Sportjugend-Delegation nach Japan aufzubrechen. Per Auto und Zug ging es zum Treffpunkt, wo wir einchecken und uns einen ersten Überblick über die kommenden Tage verschaffen konnten. Bevor es überhaupt nach Japan ging, stand ein spannender Programmpunkt an: das Kennenlernen der anderen deutschen Gruppen, die gemeinsam mit uns die Reise antreten sollten. Die gesamte Sportjugend-Gruppe zeigte sich von Anfang an unglaublich freundlich und offen, sodass wir schon nach kurzer Zeit ins Gespräch kamen und erste Kontakte knüpfen konnten. Nach der Begrüßung und einem gemeinsamen Essen blieb Zeit zur freien Verfügung, bevor wir uns in drei Workshops aufteilten – zu den Themen Social Media, interkulturelles Lernen sowie einem Gespräch mit ehemaligen Austauschteilnehmenden – und den Abend mit Kennenlernspielen in der Halle ausklingen ließen – ein gelungener Start, der die Stimmung für die kommenden Tage gesetzt hat.

Der zweite Tag begann früh und ungewohnt: mit japanischer Morgengymnastik nach typisch japanischem Radio-Programm, gefolgt von einer Sprachanimation, die uns spielerisch an erste japanische Wörter heranführte. Nach dem Frühstück ging es inhaltlich weiter – in zehn verschiedenen Gruppen setzten wir uns in Workshops mit unterschiedlichen Themen zur aktuellen Situation in Japan auseinander und bekamen so schon vor der Abreise einen tieferen Einblick in das Land, das wir bald besuchen würden. Die Ergebnisse dieser zehn Workshops wurden anschließend allen vorgestellt – und das auf durchweg kreative und unterhaltsame Weise. Ob als kleines Schauspiel, in Form einer nachgestellten Tagesschau, mit Bildern oder als Schätzspiel: Die Vielfalt der Vorstellungsweisen sorgte für viele Lacher und zeigte, wie viel Witz und Kreativität in den Gruppen steckt. Danach ging es zu den Sport-Workshops am Nachmittag – einem echten Highlight des Tages. Hier gab es verschiedene Angebote, von denen unsere Schachjugend vor allem Spikeball und Gewichtheben ausprobierte – mit jeder Menge Spaß und guter Laune. Es war schön zu sehen, wie schnell man über den Sport auch abseits des Schachbretts zusammenwächst. Am Abend folgte dann ein weiterer Höhepunkt: die Gruppenpräsentationen der einzelnen dsj-Gruppen, die diese bereits im Vorfeld vorbereitet hatten. Hier zeigten die Gruppen vor allem typisch deutsche Beiträge – von Tänzen über kleine Theaterspiele bis hin zu Vorführungen verschiedener Sportarten. Gedacht sind diese Präsentationen dafür, später in Japan unseren dortigen Gastgebern einen unterhaltsamen Einblick in die deutsche Kultur zu geben – an diesem Abend wurden sie zunächst untereinander vorgestellt und geprobt.

Früh am dritten Tag hieß es dann: Koffer packen und los! Nach einem zügigen Frühstück ging es mit dem Zug zum Flughafen, von wo aus unser Flug pünktlich startete. Über Abu Dhabi, wo ein mehrstündiger Zwischenstopp anstand, führte die Reise weiter nach Japan. Nach den obligatorischen Kontrollen bei der Ankunft und einer weiteren Fahrt nach Tokio – gestärkt mit Sandwiches und Reis – erreichten wir schließlich unser Hotel, wo uns eine erste Orientierung erwartete. In der anschließenden Freizeit nutzte ein großer Teil unserer Schachjugend die Gelegenheit, gemeinsam die Stadt zu erkunden: Ein Besuch in einem lokalen Shop und der weltberühmten Shibuya Crossing standen auf dem Programm – ein aufregender erster Eindruck von Tokio, bei dem die Vorfreude auf die kommenden Wochen spürbar war.

  • 23. März 2026

Dramatisches Finale: Heiden holt Meisterschaft in letzter Minute

Die Ausgangslage vor der siebten und letzten Runde der U20-Verbandsjugendliga hätte kaum spannender sein können. Die Jugendmannschaft des SV Heiden musste ihr Duell gegen Münster IV unbedingt gewinnen. Gleichzeitig musste Borken unbedingt gegen den direkten Konkurrenten aus Steinfurt gewinnen. Nur dann würde am Ende tatsächlich die Meisterschaft und der Aufstieg in die NRW Jugendliga gelingen.

Schon früh zeichnete sich ein guter Start für Heiden ab. Am sechsten Brett gewann Fabio erneut schnell. Wie schon zwei Wochen zuvor bekam er einen sehr unerfahrenen Gegner und nutzte die Chancen konsequent aus. Bereits nach rund zehn Minuten stand es 1:0 für Heiden.

Etwa zwanzig Minuten später folgte der nächste Punkt. Niklas hatte im Königsgambit eine Eröffnungsfalle vorbereitet, in die sein Gegner prompt hineintappte. Die Stellung brach schnell zusammen und die Partie endete mit durch Aufgabe des Gegners. Damit erhöhte Heiden früh auf 2:0.

Doch kurz darauf kam es zu einem unerwarteten Rückschlag. Am fünften Brett hatte Luc eigentlich eine klar gewonnene Stellung mit materiellem Vorteil auf dem Brett. In dieser komfortablen Situation übersah er jedoch ein erzwungenes Matt seines Gegners. Statt des sicheren Punktes stand plötzlich eine äußerst ärgerliche Niederlage auf dem Spielberichtsbogen. Nur noch 2:1.

Parallel wurde immer wieder auf den Mannschaftskampf zwischen Borken und Steinfurt geschielt. Die ersten Eindrücke dort wirkten ausgeglichen: An den hinteren beiden Brettern stand Steinfurt besser, während Borken an Brett eins und drei Vorteile hatte. Brett zwei und vier wirkten lange vollkommen offen. Ein Unentschieden hätte für Heiden allerdings nicht gereicht.

Kurz darauf endete die Partie am zweiten Brett von Heiden. Sebastian hatte im Mittelspiel einen Bauern verloren, konnte diesen im Endspiel jedoch zurückgewinnen. In ausgeglichener Stellung entschied er sich schließlich für die sichere Variante, ging für den Mannschaftssieg kein Risiko mehr ein und einigte sich mit seiner Gegnerin auf Remis. Damit stand es 2,5:1,5, noch ein Punkt fehlte zum Mannschaftssieg.

Auch im Parallelkampf fielen nun Entscheidungen. Wie erwartet gewann Steinfurt an den beiden hinteren Brettern, während Borken am ersten Brett erfolgreich war. Dann kam die erste Überraschung: Auch das vierte Brett von Borken gewann seine Partie. Damit stand es plötzlich 2:2, und am zweiten Brett hatte Borken inzwischen ebenfalls großen Vorteil. Die Meisterschaft schien auf einmal wieder greifbar.

Im eigenen Mannschaftskampf setzte sich anschließend Jonas am Spitzenbrett durch. Seine Gegnerin hatte im Mittelspiel eine Figur geopfert, um eine Qualität zu gewinnen, übersah dabei jedoch eine Fesselung. Die geopferte Figur ging komplett verloren. Jonas ließ sich diesen Vorteil nicht mehr nehmen und verwertete ihn souverän zum Sieg. Damit stand der Mannschaftssieg für Heiden bereits fest.

Nur etwa zehn Minuten später beendete Alexander am dritten Brett den Kampf komplett. Auch er gewann seine Partie, sodass Heiden am Ende einen deutlichen 4,5:1,5-Erfolg verbuchen konnte. Die eigene Aufgabe war erfüllt, nun blieb nur noch das Hoffen auf Borken.

Dort entwickelte sich ein nervenaufreibendes Finale. Am zweiten Brett konnte Borken seinen Vorteil tatsächlich verwerten und ging mit 3:2 in Führung. Damit durfte das dritte Brett aus Heidener Sicht nur nicht mehr verlieren. Die Partie blieb jedoch spannend: Der Borkener Spieler gab seine Mehrfigur für zwei Bauern zurück, um in ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern überzugehen.

Nach rund dreieinhalb Stunden Spielzeit fiel schließlich die Entscheidung. Auch dieses Endspiel gewann Borken, und damit überraschend den gesamten Mannschaftskampf gegen Steinfurt.

Damit stand fest: Heiden ist U20 Verbandsmeister.

Am Ende lagen sogar vier Teams punktgleich an der Tabellenspitze. Dank des hohen 6:0- Sieges gegen Borken zwei Wochen zuvor entschied jedoch die Feinwertung zugunsten von Heiden. Mit sechs Brettpunkten Vorsprung sicherte sich das Team schließlich die überraschende Meisterschaft.

Knapper und dramatischer hätte eine Saison kaum enden können. Mit diesem letzten Spieltag krönt sich der SV Heiden zum Meister und steigt in die NRW-Jugendliga auf.

Einzelergebnisse der einzelnen Spieler:

1. Jonas: 3 / 5

2. Sebastian: 2 / 5

3. Alexander: 3,5 / 5

4. Nils: 0 / 2

5. Niklas: 5 / 5

6. Luc: 3 / 5

7. Fabio: 2 / 2

  • 17. August 2025

Das Ende des Japanaustauschs

Nun ist der Austausch auch schon wieder ein paar Tage vergangen ––- wie schnell die Zeit vergeht.
Für die allermeisten von uns war Montag der große Abschied.
Unsere Gäste sind zum Zentralprogramm nach Frankfurt abgereist, um dort die letzten Tage zu verbringen.
Ich hatte das große Glück, sie als Betreuer deutscher Seite noch zwei weitere Tage begleiten zu können.

Der Montag war eher unspektakulär. Wir sind mit allen Teilnehmern nach Essen gefahren, um dort mit dem ICE nach Frankfurt zu fahren.
Zu meiner großen Überraschung hat dies problemlos geklappt.
Wir konnten uns im Zug noch etwas von dem spannenden, aber auch eng getakteten Programm der letzten Tage entspannen.

In Frankfurt wurden wir von den Teamern des Simultanaustauschs herzlich empfangen.
Unser Gepäck wurde uns am Bahnhof abgenommen und wir konnten leichten Fußes zur Location laufen.

Die Location war der Hauptsitz des Landessportbundes Hessen.
Ein wirklich schöner Campus, der viele Möglichkeiten bot.

Hier mussten wir uns dann leider von unserer Dolmetscherin Mari verabschieden.
Sie hat uns die ganze Zeit über begleitet und war eine große Hilfe.
So kam es, dass ich für den restlichen Abend keinen Übersetzer mehr hatte.
Mit sehr gebrochenem Japanisch konnte ich dennoch die restlichen Programmpunkte vermitteln.

Auf dem Programm stand lediglich Abendessen in der Kantine des Landessportbundes.
Anschließend durften wir in eine der vielen Sporthallen.
Unsere Gruppe hat sich dazu entschieden, Volleyball und Basketball zu spielen.
Als Schachspieler unter echten Sportlern wurde ich etwas stark gefordert, aber wir sind alle auf unsere Kosten gekommen.

Dienstagmorgen ging es dann mit der Bahn in die Innenstadt von Frankfurt.
Da auch ich noch nie zuvor in Frankfurt war, haben wir ein kleines Handout in Deutsch und Japanisch bekommen, auf dem ein paar Sehenswürdigkeiten aufgelistet waren.
Schnell haben wir uns dazu entschieden, zunächst in die Altstadt zu gehen.
Mit meinem begrenzten Wissen hatte das ganze etwas von PowerPoint-Karaoke minus PowerPoint.
Scheiße labern liegt mir allerdings relativ gut, also hatten wir noch einiges zu lachen.
(Ist ja auch irgendwie Kultur, wir komm’n ja immerhin au’m Pott!)

Auch wenn die Koffer bereits prall gefüllt waren, so sind wir im Anschluss noch schoppen gegangen.
In der Altstadt konnten wir zum ersten Mal einen richtigen Souvenirladen finden.
Dieser wurde auch prompt geplündert.

Mit über 30 Grad wurde es nach ein paar Stunden etwas zu heiß.
Deshalb sind wir ins Shopping-Center MyZeil gegangen.
Hier hat sich jeder was zu essen holen können und wir konnten die Klimaanlage genießen.
Anschließend ging es in den Keller.
Hier gab es Supermärkte und Drogerien.
Auch wenn wir in meiner Gastfamilie bereits in kleineren Supermärkten waren, so war es doch für alle nochmal sehr spannend, wie klassische Supermärkte in Deutschland aussehen.
Vor allem die Jüngeren haben hier nochmal die Süßigkeiten aufgestockt und sich mit Snacks für die lange Rückreise eingedeckt.
Auch die Drogerie fanden sie sehr spannend.

Auf dem Rückweg konnten wir dann noch etwas von der Welt sehen.
Zumindest sage ich das immer gerne so, wenn mich mein Orientierungssinn mal wieder im Stich lässt.
Der Hauptsitz des LSB ist nämlich von einem kleinen Wald umgeben.
Hier gibt es eigentlich einen recht einfachen Weg bis zur S-Bahn-Station.
Vor allem sind es nur ein paar hundert Meter.
Wir haben es allerdings geschafft, sofort an der falschen Stelle in den Wald abzubiegen.
Nachdem wir schon relativ weit gelaufen waren und es uns aufgefallen ist, haben wir uns entschieden, nicht zurück zu laufen.
Wir sind quer Feld ein mitten durch den Wald gelaufen.
Kein Problem; bin ja vom Dorf.
Wald kann ich.

Nach wenigen Minuten durchs Unterholz kämpfen sehen wir unser Ziel.
Und einen Zaun.

Ich klettere also vor und stehe in einem Parkhaus.
Nachdem ich schon den ersten 3 Leuten hoch geholfen habe stehen die anderen auf einmal neben uns.
Der Zaun war 3 Meter weiter links zu Ende.
Immerhin ein Abenteuer mehr.
Wer hätte gedacht, auf einem Austausch über Zäune zu klettern!?

Gut KO kamen wir am frühen Nachmittag zurück zum Landessportbund.
Hier haben wir uns noch etwas ausgeruht und die Koffer gepackt.

Am Abend gab es dann mit allen Teilnehmern eine große Sayonara-Party.
Es hat damit angefangen, dass jede Gruppe 5 Minuten Zeit hatte, um zu berichten, was ihnen während des Austauschs besonders spaß gemacht hat.
Für uns hat Kana diese Aufgabe übernommen.
Es klang auf jeden Fall sehr positiv und ich glaube, dass alle Teilnehmer viel Spaß hatten.

Wir waren erstaunt, wie viel man auf einmal essen kann — Aber wir haben es geschafft!

ist wohl mein Lieblings Zitat dieser Rede.

Nachdem ich es in meine Familiengruppe schickte, antwortete meine Mutter mit einem Bild, wie sie Pflaumen einmacht.
Q.E.D. würde ich sagen.

Erstmal Abendessen — Buffet.

Nach ein paar ausschweifender Reden von wichtigen Persönlichkeiten haben wir ein paar Spiele gespielt.
Zum Beispiel Stille Post mit komplizierten, deutschen Worten.
Die meiste Zeit hat das bei allen gut geklappt.
Allerdings hatten die meisten Japaner etwas Schwierigkeiten mit dem Wort „Eierschalensollbruchstellenverursacher“.

Dies bot aber auch gute Möglichkeiten, mit den anderen Gruppen ins Gespräch zu kommen.
Insgesamt waren wir mit über 100 Teilnehmern vor Ort.

Anschließend gab es ein paar Aufführungen.
Den Auftakt hat ein Gastgeberverein aus der Umgebung gemacht.
Sie haben ein kleines Theater aufgeführt, das die richtige Anwendung ihrer Selbstverteidigungskünste demonstrierte.

Danach waren unsere Gäste dran. Sie zeigten dieselben traditionellen Tänze von Okinawa, welche sie auch auf unserer Sayonara-Party schon gezeigt haben.
Am Ende mussten alle mitmachen.
Bei dem Teil wurde ich dann noch spontan in den Innenkreis zum Vormachen gezogen; ich kannte es ja bereits.

Kurz darauf war der offizielle Teil der Party auch schon vorbei.
Ein DJ hat aufgelegt und es wurde getanzt.
Es wurden sich viele Lieder gewünscht, zu denen es Modetänze in den verschiedenen Ländern gibt.
Bei uns hatten wir ihnen schon zur Revenge ein paar Tänze beigebracht.
Besonders beliebt war Aloha-Heja-He und der Helikopter 117.
Ganz begeistert konnten sie ihr wissen hier teilen.
Zu lange konnten wir allerdings nicht feiern, da wir am nächsten Tag früh losmussten.

Bereits um 8 Uhr wurden sie von den Teamern und Dolmetschern in 2 großen Bussen zum Flughafen gebracht.
Ihnen steht ein 16-Stündiger Flug bis nach Tokio bevor.
Und von dort müssen einige noch 4 Stunden weiter nach Okinawa fliegen.
Ich konnte vorher nur noch gemeinsam mit ihnen frühstücken und mich verabschieden.

Schade, dass es so schnell schon wieder vorbei ist.
Das war wirklich eine einmalige Erfahrung.
So viele wunderbare Menschen, die wir kennenlernen durften.
Ich hoffe, dass wir uns irgendwann wiedersehen dürfen.
NB